Wenn wir hier einen Rückblick auf die eigentlich noch junge Geschichte des Musikvereins Arenrath geben, so erscheint es uns angebracht, zunächst einmal zurückzuschauen auf die Männer, die Jahrzehnte vorher schon ihre Mitmenschen mit ihrer Musik erfreuten. Sie wirkten bei vielen kirchlichen und weltlichen Feiern mit und gaben diesen somit einen festlichen Rahmen. Und letztlich trugen sie mit dazu bei, die Liebe zur Blasmusik bei vielen jüngeren Menschen zu wecken.
Es waren Männer, die wir Älteren noch gut gekannt haben, die unter uns gelebt und gewirkt haben.
Wir wollen ihre Namen hier in unser Gedächtnis zurückzurufen, denn sie haben das wahrlich verdient:
Alex Hoffmann (Schneidisch Lex), Johann Elsen (Niersbach), Johann Krämer (Trapen Hanni), Matthias Densborn (ÄhlenMattes), Matthias Kornes (Kornes Mäddi), Johann Hoffmann (Schneidisch Hänns), Georg Selzner (Heners Georg), Jakob Selzner, Johann Metzen (Weetz Haans), Anton Görgen (Mielebösch Toni), Peter Knauf (Knoofen Pitt - jüngster Musiker), Nikolaus Högner (Klarinetten Nikla, Niersbach), Peter Müller. (Klimens Pitta)
Ihr Übungslokal war die Wohnstube ihres Dirigenten Alex Hoffmann, Dorfschmied von Arenrath, der diese Männer in der Blasmusik ausbildete. Er selbst saß stundenlang an seinem kleinen Harmonium und schrieb die Noten für die einzelnen Instrumente.
Wir können nur staunen über die musikalische Begabung dieses einfachen Mannes, dessen Tagewerk ausgefüllt war mit schwerer Arbeit. Ob es die Töne in den verschiedensten Lautstärken waren, die bei den Schlägen auf den Amboss durch die Schmiede hallten und ihn für dieses, sein leidenschaftliches Hobby "Musik" inspirierten??? Er hatte seine Musiker fest im Griff. Beim Üben war äußerste Konzentration angesagt. Er duldete auch keine "Extratöne" beim Spielen. Johann Metzen, damals einer der jüngsten Musiker, liebte es, das Ende eines Liedes mit einem Schnörkelchen ausklingen zu lassen. Die Zurechtweisung durch "Lex" folgte prompt: "Weezmaan, de Schwänzja hanen dron kaanste rohisch wecklossen!!!" So hat Alex Hoffmann viele Jahre mit leidenschaftlicher Hingabe seine Musiker für "Gottes Lohn" ausgebildet und für die jeweiligen Auftritte im Laufe des Kirchenjahres "fit" gemacht. Ein nachträgliches und überfälliges Dankeschön an ihn und seine Männer.
Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass einzelne Musikbegeisterte aus Arenrath schon vor der Gründung des MV Arenrath bei auswärtigen Vereinen mitspielten:
Sie konnten ihre Erfahrungen auf musikalischem Gebiet später beim MV Arenrath zum Vorteil der Anfänger einbringen.
Doch eines Tages war die Zeit reif zur offiziellen Gründung eines Musikvereins. Am Kirmesmontag, dem 17.07.1960 trafen sich einige Musikliebende von Arenrath zur Gründung des Musikvereins Arenrath. Es waren: Johann Metzen, Werner Funk, Anton Konrad, und Jakob Selzner.
Aller Anfang ist schwer. Das merkten die Gründungsmitglieder bald. Denn es galt jetzt, viele Probleme anzugehen: Instrumente - Übungslokal - Sammeln für einen finanziellen Grundstock - Dirigentenfrage etc. Man wurde in vielerlei Hinsicht aktiv. Zunächst wurde ein Vorstand gegründet. Ihm gehörten an:
Aktive und inaktive Mitglieder wurden geworben und bald schon neue Instrumente angeschafft, die zu 90 % von den einzelnen Mitgliedern bezahlt wurden. Der Bass wurde von der Gemeinde gestiftet, Bariton und Schlagzeug wurden aus einem allgemeinen Fonds bezahlt. Eine Sammelaktion im Dorf und auf den Höfen erbrachte einen bescheidenen finanziellen Grundstock, aus dem auch Notenmaterial u. a. m. bezahlt werden konnten. Die Dirigentenfrage bereitete keine Schwierigkeit. Peter Knauf, ein echtes Arenrather "Gewächs", der eine fundierte musikalische Ausbildung an der Dommusikschule Trier erfahren hatte und zu dieser Zeit Organist und Chorleiter in Neumagen-Dhron war, übernahm dieses Amt.
Das 1. Übungslokal war der Gemeindesaal über der Gemeinschaftsgefrieranlage, später in der Schule an der Herforster Straße. Anfangs bezahlten die Musiker je 1 DM/Probe für den Dirigenten, der mit seinem 100er Sachs zu den jeweiligen Proben von Neumagen kam. Bei der Gründungsversammlung, die wesentlich später tagte, wurden die Statuten der aufgestellten Satzung unterschrieben. Hier die einzelnen Mitglieder:
Hier die wichtigsten Aufgaben des MV Arenrath:
Großen Eifer zeigten die jungen Musiker bei den ersten Proben, die bewusst vom Dirigenten an leichte Musikstücke herangeführt wurden. Man war begeistert von den anfänglichen Erfolgen. Am Buß- und Bettag des gleichen Jahres wagte man sich schon an den ersten öffentlichen Auftritt am Kriegerehrenmal. Der Anfang war gemacht und so übte man fleißig für den ersten auswärtigen Auftritt in Herforst im Sommer 1961. Als man am 25./26. Mai 1968 das 1. Musikfest in Arenrath feierte, konnte man bereits auf ein beträchtliches Repertoire von Musikvorträgen zurückgreifen. Der Protektor des Festes, Herr Amtsbürgermeister Becker und der damalige Bürgermeister von Arenrath, Herr Fritz Heinz-Fischer, sprachen in ihren Grußworten dem Verein ihre volle Anerkennung aus. Beim Ehrenspielen wirkten die Vereine aus der Nachbarschaft mit: Niederkail - Dörbach - Heidweiler - Klausen - Dreis - Herforst - Orenhofen - Bruch - Niersbach und Dudeldorf.
Auf Beschluss der Jahreshauptversammlung vom Dezember 1971 bildeten die Musikvereine Arenrath und Binsfeld eine Spielgemeinschaft, die aber nur wenige Jahre bestand. Ein besonderer Höhepunkt im Reigen der Musikfeste war das gemeinsam mit dem Sportverein Arenrath begangene Heimatfest, das im Sommer 1972 im großen Zelt an der Herforster Straße gefeiert wurde und das bei den vielen Besuchern großen Anklang gefunden hat.
Nach und nach fanden immer mehr Jugendliche zu dem Verein, die teilweise von Anton Konrad, Lehrer Günter Wagner aus Bruch, Günter Metzen, Felix Knötgen, Werner Stoffel und schließlich vom Dirigenten selbst in Instrumentalmusik ausgebildet wurden und die zusehends Freude und Begeisterung an der Blasmusik fanden.
Das 20jährige Bestehen des Musikvereins wurde im Juni 1980 gefeiert. Beim 25jährigen Bestehen wurden dann die Gründungsmitglieder Johann Metzen, Werner Funk, Anton Konrad, Jakob Selzner und Matthias Densborn zu Ehrenmitgliedern ernannt. Beide Feste wurden von den Nachbarvereinen und der Dorfbevölkerung in großer Zahl besucht. Wir wollen hier aber nicht nur die großen Festveranstaltungen herausstellen, sondern auch die vielen kleineren Feste mit familiärem Charakter seien hier genannt. Immer wieder erfreute der Musikverein seine Zuhörer bei kirchlichen und weltlichen Festen, die man sich ohne sein Mitwirken kaum noch vorstellen kann, denn sie sind immer wieder eine Bereicherung für alle. Hier sind auch die Familienfeste des MV zu nennen, die auch sehr gern von den Angehörigen, Freunden und Bekannten der Spieler besucht wurden, weil diese internen Veranstaltungen das gesellige Beisammensein ganz besonders förderten.
Dass die Unterhaltung eines - gemessen an der Einwohnerzahl von Arenrath - relativ großen Vereins ein kostspieliger Faktor ist, braucht man nicht näher zu erläutern.Wir sind dankbar, dass unsere Gemeinde uns in all' den Jahren einen angemessenen Zuschuss gewährt hat und wir wissen es auch zu schätzen, dass unsere vielen inaktiven Mitglieder mit ihren Beiträgen und Spenden uns damit tatkräftig unterstützen. So konnten im Jahre 1979 neue Uniformen angeschafft werden, die den Musikern bei ihren Auftritten ein sehr ansprechendes "Outfit" geben.
Der Dezember 1985 brachte dem Musikverein den 1. Wechsel im Vorstand. Anton Konrad, der über 25 Jahre vorbildlich und mit großem Engagement die Geschicke des Musikvereins leitete, kandidierte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für dieses Amt. In Anerkennung seiner besonderen Verdienste wurde er einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Neuer Vorsitzender wurde Felix Knötgen. Dem neugewählten Vorstand gehörten ferner an: Stellv. Vors. Nikolaus Selzner, Schriftführer Klaus Klein, Kassierer Bernhard Willemssen, 1. Beisitzer Anton Konrad, 2. Beisitzer Gerd Jung und Jugendwart Andrea Mergen. Der neue Vorsitzende, Felix Knötgen, legte von Anfang an den Schwerpunkt seiner Arbeit ganz bewusst und gezielt auf die Jugendarbeit. Sein Bemühen, die Jugend für die Instrumentalmusik zu begeistern und zu gewinnen, zeigte schon bald Erfolge. Die Zahl der Musikschüler wuchs zusehends. Die Erstausbildung erhielten die Jungen und Mädchen von Günter Wagner bis sie dann zur weiteren Ausbildung in die Obhut unseres Dirigenten, Peter Knauf, kamen. Unterstützt wurde er von Felix Knötgen und Andrea Mergen.
Es wurden nach und nach weitere Jugendgruppen gebildet, die dann nach einer gewissen Zeit in die Spielgemeinschaft integriert wurden. So konnten sie beim 30jährigen Gründungsfest 1990 zur Freude der vielen Festbesucher dieses Musikfest mit gestalten. Eine willkommene Abwechslung im Vereinsleben brachten die Ausflugsfahrten 1981 nach Verdun und 1982 nach Haßloch in den Holiday Park und ganz besonders die Mehrtagesfahrten:
Ende des Jahres 1995 stand wieder ein Wechsel im Vorstand an. Der bisherige 1. Vorsitzende Felix Knötgen verzichtete auf das Amt des 1. Vorsitzenden weil er durch die Doppelbelastung als Bürgermeister von Arenrath sich der Arbeit als Vorsitzender, nicht mehr voll und ganz widmen konnte. Bei einer Konzertveranstaltung im Herbst 1996 dankte man ihm für seine gute und erfolgreiche Arbeit und ernannte auch ihn einstimmig zum Ehrenvorsitzenden. Sein Nachfolger wurde Gerd Jung, der in der Generalversammlung 12/1995 zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Weitere Mitglieder des Vorstandes wurden: Stellv. Vors. Andreas Knötgen, Schriftführerin Andrea Mergen, Kassierer Bernhard Willemssen, 1. Beisitzer Felix Knötgen, 2. Beisitzerin Karin Thiel, Jugendwart Heike Selzner.
Im Jahre 2000 kündigte unser Dirigent Peter Knauf aus Gesundheitsgründen das Ende seiner Dirigenten-Tätigkeit an, um sich dem wahrlich verdienten Ruhestand zu widmen. Anlässlich unseres Jubiläumsfestes zum 40-jährigen Bestehen des Musikvereins auf der Kirmes 2000 übergab Peter Knauf dann den Dirigenten-Stab in einem feierlichen Akt offiziell an Thomas Reuland. Mit ihm konnten wir einen Dirigenten gewinnen, der seine Erfahrungen aus vielen Jahren erfolgreicher Dirigenten-Tätigkeit bei verschiedenen Vereinen der Region bis hin zur Leitung von Registerproben des MTO, dem Mittelmosel-Tanz-Orchester, einer der seinerzeit bekanntesten und erfolgreichsten Big-Bands der Region, in die Auswahl der Stücke als auch in die Probenarbeit einbringen konnte.